Wie du deine Fotos auf Reisen sicherst: Speicherkarten, Dropbox, NAS und Co.

Posted by | | Fotobearbeitung · Hintergründe

Fotografieren gehört zum Reisen. Je länger du reist, umso mehr wirst du wahrscheinlich fotografieren. Je mehr Fotos du hast, umso mehr solltest du dir Gedanken machen, wie du deine Fotos speicherst und sicherst.


Deine Fotos sind sicherlich mit das wichtigste Mitbringsel einer Reise oder eines Urlaubs. Mit Fotos kannst du dich besser an alle Erlebnisse erinnern und mit Freunden in Erinnerung schwelgen. Das ist doch unbezahlbar, oder?


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Ein Verlust deiner Kamera, deiner Speicherkarten oder ein Defekt deiner Kamera bzw. Speicherkarte wird dir hoffentlich nicht passieren. Ausschließen kannst du es aber nie. Deswegen ist es sinnvoll dir vor deiner Reise ein paar Gedanken zur Sicherung deiner Fotos zu machen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Fotos zu sichern?

Im Grunde genommen gibt es drei prinzipielle Möglichkeiten Fotos zu sichern.

    1. Auf einem anderen, separaten Speicher-Medium, das du bei dir hast. z.B:
      • weitere SD-Karten
      • auf dem Smartphone oder Tablet
      • Externe Festplatte
    2. Auf einem Online Speicher in der Cloud. z.B.:
      • in der Dropbox. kostenlos speichern. Mit dem Dropbox-Ordner die Fotos hochladen, einfacher geht nicht.
      • auf einem anderen Cloud Speicher wie z.B. Google Drive, Windows OneDrive oder HiDrive von Strato (ein Anbieter aus Deutschland).
      • Auf deiner eigenen Festplatte in der eigenen Cloud z.B.:
        • auf deine eigenen NAS Festplatte (Network Attached Storage) die z.B. bei dir zu Hause steht. Mit einer NAS hast du deinen eigenen Online Speicher und immer die volle Kontrolle über deine Fotos.

      Ich möchte dir diese drei Möglichkeiten kurz schildern, die Vor- und Nachteile aufzeigen und dir meine Erfahrungen mitgeben.


      Meine Fotos sichere ich in einer Kombination aus den drei oben beschriebenen Möglichkeiten.



      Sichere deine Fotos lokal

      Das ist wohl die einfachste Möglichkeit Fotos zu sichern. Du benötigst nur eine weiteres Speichermedium, das du an einem anderen Ort aufbewahrst, als die Speicherkarte in der Kamera.

      1. Das kann ganz einfach eine Vielzahl an SD-Karten sein. Du setzt nach einer gewissen Zeit einfach eine weitere SD-Karte in die Kamera ein und bewahrst die volle SD-Karte an einem sicheren Ort auf.
        Nachteil: Verlierst du eine SD-Karte oder wird dir dein Gepäck gestohlen sind die Fotos weg.
      2. Das kann z.B. auf deinem Smartphone oder auf deinem Tablet sein. Mit microSD-Karten sind die meisten Android-Geräte mit 32GB oder mehr zusätzlich ausrüstbar. Apple Nutzer benötigen zum Speichern auf Speicher-Karten ein Connection Kit.
        Mit einer Speicher Karte von 64GB kannst du ca. 20.000 JPG-Fotos oder ca. 2.000 RAW-Fotos speichern.
        Nachteil: Dein Telefon oder dein Tablet kann kaputt gehen oder gestohlen werden.
      3. Du hast auch das Fotofieber und der Speicher einer SD-Karte ist nicht ausreichend? Dann solltest du deine Fotos auf einer externen Festplatte speichern. Neben ein paar wenigen Android-Geräten die USB-OTG (On the Go) unterstützen, lässt sich eine externe Festplatte nur mit einem Laptop per Kabel beschreiben.
        Als iPad Besitzer benötigst du dieses geniale Gerät. Damit funktioniert der Datenaustausch zwischen dem iPad und der externen Festplatte über WLAN. Alternativ gibt es externe Festplatte mit bereits integrierten WLAN und Power Bank: z.B. die DataStation Pocket Air
        Nachteil: Die Festplatte kann gestohlen werden oder kaputt gehen.
      Mein Tipp Für besonders viele (RAW) Fotos ist eine externe Festplatte geeignet. Ich nutze die kompakte 1TB Festplatte von Toshiba. Mit dem Metallgehäuse ist sie relativ robust, praktisch auf Reisen und bietet genügend Speicherplatz. Selbst nach einem Jahr Weltreise mit einigen 10.000 Fotos und unzähligen Videos konnte ich die Festplatte nicht komplett befüllen.


      Was ist USB-OTG?


      Einige Android Smartphones und Tablets die den USB-OTG Standard unterstützen, können über den USB Anschluss externe USB-Geräte ansprechen. Das können neben USB-Speichersticks oder externen Festplatten auch Tastaturen sein. Mit USB-OTG kann z.B. ein Tablet zum (fast) vollwertigen Laptop-Ersatz werden.


      Voraussetzung ist, dass dein Android-Gerät USB-OTG unterstützt. Ob dein Gerät das unterstützt, kannst du mit der USB Host Diagnostics App testen. Zusätzlich benötigst du dieses spezielle USB-OTG Kabel. Da die meisten externen Festplatten zu viel Strom benötigen ist ein zusätzliches USB-OTG Kabel samt externer Stromquelle nötig. Die Stromquelle kann entweder dein USB-Ladegerät oder ein Akkupack sein.


      Geräte mit USB-OTG Unterstützung*:

      • Sony Xperia Z, ZL, Z Ultra, Z1, Z2, Z3, M, M2, M2 Aqua, E
      • Samsung Galaxy S2, S3, S4, S5, Note 1, Note 2, Note 3, Galaxy Tab 3, Tab 10
      • LG Optimus G, G2, G3, G4, G5, G Flex, G Pro2
      • HTC One X, One, One mini, One max, One M8, One X, One X+
      • Google Nexus 5, 7

      *Diese Informationen stammen aus einer Viehlzahl von Internetquellen. Bitte prüfe die USB-OTG Unterstützung daher bevor du ein USB-OTG Gerät kaufst!

      Sichere deine Fotos online in einem Cloud Speicher

      Diese Variante bietet dir vor allem einen Schutz vor Diebstahl und Verlust. Denn deine Fotos sind physikalisch betrachtet nicht mehr in deinem Rucksack. Auf einem online Speicher sind deine Fotos in der Regel sicher.


      Besonders beliebt ist die Dropbox kostenlos Variante. Damit bekommst du bei einer Erstanmeldung 2GB Speicher bereitgestellt. Diesen kannst du entweder kostenlos erweitern indem du Dropbox z.B. weiterempfiehlst, mit anderen Diensten verknüpfst oder indem du mit dem Dropbox Pro Abonnement auf 1TB erweiterst.


      Als Dropbox Alternative zum amerikanischen Anbieter gibt es HiDrive Free mit 5GB online Speicher kostenlos von Strato, einem deutschen Betreiber. 5GB entsprechen etwa 150 RAW Fotos oder ca. 1500 JPG Fotos. 20GB oder mehr online Speicher bekommst du günstig mit der HiDrive Basic.



      Nachteil ist der Upload an sich. Nicht immer wirst du auf Reisen eine richtig gute Internetverbindung haben, die ausreicht um alle Fotos (vor allem wenn du in RAW fotografierst) auf den online Speicher zu laden. Du bist dann also immer auf der Suche nach einem Internetzugang mit einer guten Upload Geschwindigkeit.
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      Mein Tipp Mit der Speedtest App kannst du die Geschwindigkeit des aktuellen WLAN Netzes messen und anzeigen. Hast du eine Upload Internetverbindung von unter 1M wirst du relativ viel Zeit für den Foto-Upload benötigen. Ist die Upload Verbindung 10M oder größer, kannst du auch RAW Fotos in überschaubarer Zeit hochladen.
      Ich habe bei einer langsamen Verbindung nur die in Lightroom entwickelten JPG Fotos hochgeladen und die RAW Fotos auf der externen Festplatte gesichert.

      Sichere deine Fotos online in deinem eigenen Cloud Speicher

      Stell dir vor, deine hochgeladenen Fotos sind bereits bei dir zu Hause, wenn du von deiner Reise zurückkommst. Das geht mit einer eigenen Cloud oder anders gesagt mit einer sog. NAS Festplatte (Network Attached Storage) auch einfach NAS genannt. Diese NAS stellst du bei dir zu Hause, bei deiner Familie oder bei Freunden auf und verbindest sie mit den Router (z.B. FritzBox).

      Mit ein paar Einstellungen kannst du die NAS so konfigurieren, dass du von Unterwegs darauf zugreifen kannst. Vorteil der Lösung: Du kannst selbst entscheiden wie viel Speicherkapazität die NAS haben soll, im Vergleich zu Online Speicher größer als 10 GB gibt es keine laufenden Kosten und deine Fotos sind bei dir gespeichert. Du hast die volle Kontrolle über alle Fotos.
      Nachteil: Eine einmalige Anschaffung und etwas Zeit zum Einrichten ist notwendig. Die Installation einer NAS Festplatte erfordert keine echten technischen Kenntnisse, du solltest aber damit rechnen, dass nicht alles mit einem einzigen Klick erledigt ist. Ebenso benötigst du eine gute Internetverbindung für den Upload der Fotos.


      Mein Tipp Ich nutze eine NAS Festplatte von Synology, weil ich die Bedienung besonders einfach finde. Außerdem gibt es eine recht große Community im Internet (hier, hier und hier) die bei der Lösung von Problemen hilft. Eine gute und günstige Lösung ist die Synology NAS DS214se. Beachte aber, dass die DSL Verbindung, an der du die NAS Festplatte anschließt, auch schnell genug ist.


      Kleiner Vorteil der Synology NAS, du kannst damit einen eigenen VPN Server (Virtual Private Network) einrichten. So kannst du in ungesicherten öffentlichen WLAN Netzen verschlüsselt auf das Internet zugreifen. Das ist vor allem beim Online-Banking auf Reisen oder in Ländern mit Internet-Restriktionen wie in China von Vorteil. Denn damit tunnelst du deine Verbindung zurück zu deiner Synology NAS und gehst von dort aus in das Internet.


      Ich habe auf meiner Weltreise, in Thailand eine Zeit lang, eine sehr gute Internetverbindung gehabt. In dieser Zeit konnte ich alle meine RAW-Fotos auf meine eigene NAS Festplatte in Deutschland hochladen. Das hat sehr gut funktioniert. Jetzt, wo ich zurück bin, kann ich direkt und ohne einen weiteren Download auf alle meine Fotos zugreifen.


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      Das benötigst du für deinen eigenen Cloud Speicher:

      1. Ein NAS System, idealer Weise mit zwei Festplatten. Daten werden darauf redundant (gespiegelt) abgelegt. Das sorgt für mehr Sicherheit wenn eine Festplatte irgendwann ausfallen sollte. Mein Tipp: die Synology NAS DS214se mit 2×1 TB Speicher.
      2. Eine DSL Verbindung. Wenn möglich DSL16.000 oder schneller für eine zügige Verbindung.
      3. Eine Internet-Adresse, damit du von unterwegs auf die NAS zugreifen kannst. Diese nennt man DynDNS (Dynamisches Domain Name System). Eine DynDNS bekommst du kostenlos z.B. über den deutschen Anbieter Securepoint GmbH. Diese Adresse muss im DSL Router (z.B. Fritzbox) hinterlegt werden.
      4. Ein Programm zum hochladen der Fotos. Du kannst das z.B. über einen FTP (File Transport Protokoll) Dienst erledigen. Für einen FTP Upload nutze ich das kostenlose Programm FileZilla Client. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten Fotos hochzuladen.

      Wie die Einrichtung der Synology NAS funktioniert erfährst du in den Videos von iDomiX


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      2 Kommentare

      Thorsten says:

      Februar 5, 2017 at 11:27 pm

      sehr guter Artikel, hat mir gut weitergeholfen, bin in 2 Monaten für mehrere Wochen in Afrika und da fallen sehr viele RAW Bilder an

      Reply

      Stefan says:

      Februar 6, 2017 at 10:14 am

      Danke dir Thorsten und viel Spaß in Afrika.

      Reply

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