Erfahrungsbericht: Die Samsung NX3000 Kamera im Test

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Kürzlich hatte ich die Chance die Systemkamera NX3000 von Samsung zu testen. Samsung ist nicht gerade der Platzhirsch bei den Kameras, auch wenn das Angebot zunimmt. Vor allem weil Samsung nicht so wie Nikon oder Canon im Rampenlicht steht, ist es umso interessanter einen Blick darauf zu werfen.


Die Samsung NX3000 ist vor allem durch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv. Als Systemkamera mit einem APS-C Sensor ist sie zwar größer als eine Kompaktkamera, jedoch in Sachen Bildqualität, Funktionsumfang und Preis vergleichbar mit den kompakten Kameras Sony RX100 bzw. der Canon G7X.


Für unter 350 Euro bekommst du eine Systemkamera mit Kit-Objektiv, die perfekt für Einsteiger geeignet ist. Zudem legt Samsung noch eine Lightroom 5 Vollversion bei. Das gibt dir die Möglichkeit, dich mit Fotobearbeitung auseinanderzusetzen.


Das Kit-Objektiv ist relativ lichtschwach und erschwert das Fotografieren unter schlechten Lichtbedingungen. Die Schwäche gleicht der relativ lichtempfindliche Bildsensor aus. Allerdings kannst du die NX3000 später mit einem besseren Objektiv aufwerten.


Inhalt




Das ist mir an der Samsung NX3000 aufgefallen

Um dir einen Überblick zu geben, was die NX3000 Systemkamera charakterisiert, habe ich hier ein paar Punkte gesammelt, die mir aufgefallen sind.

MicroSD

Die Samsung NX3000 speichert die Fotos auf Kamera unübliche MicroSD Karten. Diese sind kleiner als die normalen SD Karten und sind eher in Smartphones anzutreffen. Du benötigst also immer einen Adapter, wenn du deinen Bilder von der MicroSD Karte auf deinen Computer kopieren möchtest.

Kein integrierter Blitz

Eine vielfältige Nutzung der Kamera wird durch fehlenden integrierten Blitz eingeschränkt. Der Blitz wird als Zubehör separat mitgeliefert und kann auf den Blitzschuh aufgesteckt werden. Die NX3000 wird mit aufgesteckten Blitz etwas unhandlicher, so dass ich ihn kaum aufgesetzt habe.


Samsung NX3000 ohne integrierten Blitz

Gute Selfie-Funktion

Dank Klappdisplay ist ein Selfie aus der Hand sehr einfach. Beim Auslösen gibt es einen 3-Sekunden Timer, so dass du die Chance hast, dein bestes Lächeln aufzusetzen. Leider funktioniert das nicht wirklich mit aufgestecktem Blitz.

Kostenlose Lightroom Version inklusive

Das Angebot gibt es nur bei der Samsung NX3000 und beinhaltet eine Lightroom 5 Vollversion. Auch wenn es bereits eine neuere Version von Lightroom gibt, ist die 5er Version nutzbringend einsetzbar. Vor allem Einsteiger können so den Mehrwert eines Fotobearbeitungsprogramms testen. Wenn du noch nie mit Lightroom zu tun hattest, bekommst du in diesem Artikel einen Einstieg.

Mit Blende 22 viel Gestaltungsspielraum

Mit einer sehr großen Blende von 22 kannst du den Lichteinfall stark reduzieren. Das gibt dir die Möglichkeit Fotos gegen die Sonne aufzunehmen, sog. Sonnensterne zu fotografieren oder Langzeitbelichtungen bei Tag zu machen. So z.B. ein tolles Wasserfallfoto. Bei der Sony und der Canon ist maximal Blende 11 möglich, dass sind zwei Blendenstufen weniger als bei der Samsung NX3000.

Trotz Blende f/3.5 ist ein Bokeh möglich

Wenn du etwas mit einer weit geöffneten Blende fotografierst wird der Hintergrund unscharf. Das nennt man Bokeh oder Tiefenschärfe. Durch ein Bokeh kannst du die Aufmerksamkeit des Betrachters auf etwas bestimmtes im Bild lenken. Mit der NX3000 kannst du trotz einer relativ hohen minimalen Blende von f/3.5 ein Bokeh erreichen. Du musst nur nah an der Person oder den Gegenstand ran gehen. Aktiviere die DMF Fokusfunktion, um mit halb-gedrücktem Auslöser den Fokus manuell mit dem Objektivring anzupassen.

Zeitraffer Funktion

Die Samsung NX3000 hat eine Art Zeitraffer-Funktion im Video-Modus eingebaut. Damit kannst du Videos aufnehmen, die später bis zu 40mal schneller dargestellt werden. Während der Aufnahme siehst du die Aufnahmezeit und die Wiedergabezeit mit x-Facher Beschleunigung. Brauchbar aber nicht zwingend notwendig.

Schlechtes Display

Das Display ist im Verhältnis zu dem was man von Smartphones oder anderen Kameras gewohnt ist, schlechter – aber immer noch gut genug. Die Auflösung ist ca. 2,5x geringer als bei den Kompakten von Sony und Canon.


Samsung NX3000 mit relativ schlecht auflösenden Bildschirm

Meine Tests

Ich habe mit der Samsung NX3000 und der Sony RX100II einige Vergleichsfotos aufgenommen. Zwar liegt die Sony RX100II nicht im gleichen Preissegment, hat aber den selben Bildsensor wie das günstigere Vorgängermodell RX100.


Die RAW-Dateien habe ich in Lightroom ohne Modifizierungen als JPG exportiert. Lediglich den Ausschnitt der NX3000 Fotos habe ich etwas verkleinert, weil die Brennweite des Objektives kleiner war.


Samsung NX3000 Test und im Vergleich mit der Sony RX100 II


Du kannst die Fotos beider Kameras durch verschieben der Mittellinie vergleichen. Das linke Foto ist von der Samsung NX3000 und das rechte von der Sony RX100II. Ich habe Testfotos am Tag und in der Nacht geschossen, möchte dir aber nur die Nachtfotos zeigen, da hier die Unterschiede am deutlichsten sichtbar sind.

Maximale ISO

Dieser Test zeigt was in den Kameras steckt, um im Dunkeln auch aus der Hand heraus zu fotografieren. Mit etwas Übung ist das mit einer ¼ Sekunde Belichtungszeit möglich. Daher ist eine ISO-Einstellung von 12.800 mit jeweils kleinster Blende nötig gewesen. Die Sony RX100II lieferte hier bessere Ergebnisse, als die NX3000. Das Objektiv der Sony lässt sich auch zwei Blendenstufen weiter öffnen als die Samsung.


Lichtstärke

Jetzt ein Test mit ISO 3.200 und 0,5 Sekunden auf einem Stativ fotografiert, um das Rauschen zu reduzieren. Hier siehst du deutlich, dass die Blende f3,5 zu wenig Licht auf den Sensor lässt. Mit der NX3000 musst du einfach länger belichten. Mit einem Stativ ist das weniger ein Problem. Dazu der nächste Test.


Lange Belichtungszeit

Hier habe ich mit dem A-Modus die kleinst mögliche Blende festgelegt und die ISO auf 200 eingestellt, um die beste Bildqualität zu erhalten. Die Ergebnisfotos ähneln sich, mit dem Unterschied, dass die NX3000 30 Sekunden belichtet hat, die Sony nur 8 Sekunden.


Intelligente Automatik

Als letztes habe ich die Automatik entscheiden lassen und im JPG Format geschossen. In dem Fall können die Kameras alle internen Tricks anwenden und „zaubern“. Die Fotos habe ich aus der Hand heraus aufgenommen. Mit ¼ Sekunde ist das zwar nicht einfach, aber mit etwas Übung möglich.


Potential für mehr

Die Samsung Systemkamera macht den Einstieg leicht und günstig. Beschäftigst du dich mit dieser Kamera etwas mehr, werden dir sicher die Grenzen dieser Kamera deutlicher. Das macht aber nichts. Denn es gibt z.T. sehr gute Objektive die das Potential der NX3000 ausreizen.


  • Der beste Ersatz für das Kit-Objektiv ist das 16-50 mm F2-2,8. Ein lichtstarkes Reiseobjektiv mit optischer Bildstabilisierung. Leider nicht ganz billig und 232g schwerer.





Bevor du dir jetzt auf der Stelle einen Satz Wechselobjektive zulegst, solltest du erst einmal die Samsung Systemkamera kennenlernen. Fotografiere in RAW, bearbeite deine Bilder und finde heraus welche ISO Einstellung optimal für deine Fotos ist.




Alternativen zur Samsung NX3000

Die Samsung Systemkamera mit dem Kit-Objektiv ist relativ günstig im Set und macht es der Konkurrenz schwer mitzuhalten. Alternativen gibt es aber dennoch.


Die Sony RX100 liegt in der gleichen Preisklasse, bietet aber z.T. bessere Bildergebnisse und ist kleiner. Diese hat allerdings ein fest verbautes Objektiv, hat kein WIFI und keinen Klappdisplay.


Eine echte Alternative ist die Sony Alpha 5000. Diese Kamera ist der Samsung sehr ähnlich, ist etwas kleiner und es gibt mehr Auswahl bei den Objektiven. Allerdings kommt diese ohne Lightroom 5 Lizenz. Ich hatte die Sony Alpha 5000 zum Testzeitpunkt leider nicht verfügbar, um weitere Vergleichstests durchzuführen.


Bist du bei der Suche nach deiner neuen Kamera auf das Nachfolgemodell NX3300 gestoßen und hast dich gefragt wo der Unterschied ist? Bis auf den anderen Namen und die fehlende Lightroom 5 Lizenz gibt es keine Unterschiede.


Alternativen im Vergleich
Samsung NX3000 Sony Alpha 5000 Sony RX100 Canon G7X
Sensor Größe APS-C (23,6 x 15,8 mm) 1 Zoll (13,2 x 8,8 mm)
Megapixel 20,3 MP 20,7 MP 20,2 MP
ISO 100-25.600 100-16.000 100-12.800
Wechselobjektiv ja nein
Brennweite (KB) 24-75mm 28-100mm 24-100mm
Optischer Zoom 3,1 3,6 4,2
Blende f3,5-f22 f3,5-f36 f1,8-f11
WIFI ja nein ja
Klappdisplay ja nein ja
Displayauflösung 460.800 Pixel 1.229.000 Pixel 1.040.000 Pixel
Blitz separat integriert
Speicherkarte MicroSD SD
Gewicht 390g (mit Kit-Objektiv) 385g (mit Kit-Objektiv) 240g 304g

Fazit

Für sehr wenig Geld bekommst du sehr viel, auch wenn die Kamera nicht so kompakt ist wie eine Sony RX100. Für Einsteiger und Hobby-Fotografen ist die Kamera durchaus einsetzbar. Solange es die Samsung NX3000 Systemkamera noch gibt, solltest du zuschlagen, denn bei dem Nachfolgemodell NX3300 liegt keine Lightroom Vollversion bei. Mit dem Fotobearbeitungsprogramm kannst du deine Fotos organisieren und sichtbar aufwerten. Gegenüber einer separaten Lightroom Lizenz sparst du dir ca. 100 Euro.


Was sind deine Erfahrungen mit der Samsung NX3000 bzw. mit der Sony Alpha 5000?

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2 Kommentare

Christian says:

Juni 26, 2016 at 1:47 pm

Gibt es zwischenzeitlich bessere objektive für landschaftsfotografie (hauptsächlich urlaubsbilder) oder ist das im artikel verlinkte W16nb noch das beste dafür?

Reply

Welche Systemkamera für Reisen in 2016? Stärken und Schwächen nach Objektiven says:

März 31, 2017 at 11:23 am

[…] von Shootfever hat die ähnliche Samsung NX3000 auf Reisetauglichkeit […]

Reply

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